Porphyria


Georg III. litt unter der königlichen Erbkrankheit Porphyria, von der schon Maria Stuart heimgesucht wurde, die sie an ihren Sohn, König Jacob I. von England weitervererbte. Porphyria wird hervorgerufen durch eine biochemische Insuffizienz bei der Herstellung von Hemoglobin. Symptome der Krankheit sind u.a. große Lichtempfindlichkeit, besonders gegen Sonnenstrahlen, starke Unterleibsschmerzen, dunkelrot gefärbter Urin und Paralyse an Armen und Beinen. Durch Unterbrechung der Nervenimpulse zum Gehirn werden psychiatrische Symptome hervorgerufen. Schließlich entstehen epileptische Anfälle und der Patient sinkt in ein Koma.

Georg III. hatte eine besonders vehemente Form von Porphyria. Sein erster Anfall fiel ins Jahr 1765, vier Jahre nach seiner Heirat mit Königin Charlotte. Weitere Anzeichen der Krankheit zeigten sich 1788-89. Ab 1811 bis zu seinem Tode im Jahre 1820 verfiel der königliche Patient immer mehr in geistige Umnachtung und erblindete. Er wurde isoliert in seinen Privatgemächern im Schloß Windsor gepflegt und dort lange Jahre in Zwangsjacken und hinter Gittern gehalten.

Weitere Mitglieder der weitverzweigten königlichen Familie, die unter dieser Erbkrankheit litten, waren Königin Anne, Friedrich der Große, Georg IV., Sohn Georgs III. und dessen Enkelin, Prinzessin Charlotte, die daran im Kindbett starb.


Weiterer Verlauf der Ausstellung.
Zurück zur Home Page.
Maintained by: jcooper@virginia.edu
Last Modified: Thursday, 5-Nov-98
© Jean L. Cooper and Angelika S. Powell