Klicken Sie hier für die deutsche Übersetzung.

Queen Charlotte on Homesickness, Depression and Illness


[23 May 1773] -- Sir, my dearest brother and friend. This note still before our departure from the city! Every time summer approaches, my mind and my heart are filled with anxiety which cannot be expressed in a letter, simply because I am obliged to be here, strongly and quite sincerely attached as I am to those who are absent, deprived of the innocent pleasures which a good and agreeable society can provide, slipping away to the gardens without finding there a little gaiety of the heart. But now, my brother, come the preparations for the country. Amidst a number of disagreeable things it is only the occupation of writing to you which amuses me. At the same time, I have been seized for some time by an inflammation of my head which I have suffered for fifteen weeks without being able to say I had a single day without extreme pain for an hour or two. This has not only made me languish but incapable of doing things or undertaking even the most cherished things for myself. And finally, my brother, the one thing most needed to live in this world is that cheerfulness for which you have known me in the past. I find that the solitary and retiring life which I lead is not made for me. Having admitted this I assure you I shall not ignore my duty. This is the life I have made and I would do it again with great pleasure. If I discover any inclination to do otherwise, I always tell myself that the sacrifice I have made is not a misfortune, and how many people more dignified than I and of a better sort must continue to endure their lot. Dear brother, perhaps I have said too much and I have passed the bounds of prudence, but I ask you to look at this as a note that comes from a heart too overwhelmed which delivers itself into the hands of a brother from whom I have the promise of complete possible discretion. Do me the favor to burn this if you love me and believe me. Always your adoring sister

Charlotte

My best compliments to the dear Princess.



Königin Charlotte über Heimweh, Depression und Krankheit

[23. Mai 1773] -- Monsieur, mein teuerster Bruder und Freund. Ein kurzer Brief noch vor unserer Abreise aus der Stadt! Immer wenn der Sommer naht, sind mein Sinn und Herz erfüllt von Verlangen, das sich nicht in einem Brief beschreiben läßt, einfach, weil ich verpflichtet bin, hier zu sein, obgleich ich stark und sehr treu denen ergeben bin, die in der Ferne sind, beraubt der unschuldigen Vergnügen, die eine gute und angenehme Gesellschaft mit sich bringt, in die Gärten schlüpfend, ohne dort ein bißchen Herzensfreude zu finden. Aber nun, mein Bruder, beginnen die Vorbereitungen fürs Land. Umgeben von einigen unangenehmen Dingen ist das Schreiben an Sie die einzige Tätigkeit, die mir Freude macht. Zur gleichen Zeit bin ich von einer Entzündung des Kopfes heimgesucht worden, unter der ich schon fünfzehn Wochen leide, ohne daß ich sagen kann, ich sei einen einzigen Tag für ein oder zwei Stunden ohne äußerste Schmerzen gewesen. Dies hat mich nicht nur ermattet, sondern mich auch unfähig gemacht, die liebsten Dinge für mich selbst zu tun. Und endlich, mein Bruder, das wichtigste Ding, um in dieser Welt zu leben, ist der Frohsinn, für den Sie mich in der Vergangenheit kannten. Ich finde, daß das einsame und zurückgezogene Leben, das ich führe, nicht für mich gemacht ist. Indem ich dies zugebe, versichere ich Sie, daß ich meine Pflicht nicht vernachlässigen werde. Dies ist das Leben, welches ich für mich gemacht habe und ich würde es wieder tun mit großem Vergnügen. Sollte ich irgend eine Neigung entdecken, es zu ändern, würde ich mir immer sagen, daß das Opfer, welches ich gebracht habe, kein Unglück ist, und wie viele Menschen, die würdiger und besser sind als ich, müssen ihr Schicksal weiterhin tragen. Lieber Bruder, vielleicht habe ich zuviel gesagt und die Grenzen der Klugheit überschritten, aber ich bitte Sie, diesen Brief anzusehen als von einem überwältigten Herzen kommend, das sich in die Hände eines Bruders begibt, von dem ich das Versprechen der vollständigsten Diskretion habe. Tun Sie mir den Gefallen, dies zu verbrennen, wenn Sie mich lieben und mir glauben.

Immer Ihre Sie verehrende Schwester

Charlotte

Meine besten Empfehlungen an die teure Prinzessin.


Maintained by: jcooper@virginia.edu
Last Modified: Thursday, 5-Nov-98
© Jean L. Cooper and Angelika S. Powell